Zwangsarbeit im Bombenkrieg

Trümmerarbeiten in Hamburg im Spiegel historischer Fotos

Von Rabea Heyne und Hauke Heymann

Orte fotografischer Dokumentation der Zwangsarbeit infolge der Gomorrha-Angriffe.

Bitte klicken Sie auf die Titel in der Liste (links) oder auf die Markierung in der Karte und anschließend auf den Link in der Karte, um zu historischen Fotografien und ihren kontextuellen Erläuterungen zu gelangen. Warnung: Einige der Fotos könnten verstörend wirken

 

Der Flakturm auf dem Heiligengeistfeld ist eng mit der Geschichte des alliierten Bombenkrieges gegen das „Dritte Reich“ verknüpft. Einerseits diente er, wenn auch nur mit begrenztem Erfolg, als Plattform für Flugabwehrgeschütze. Andererseits bot er während der Bombenangriffe tausenden sogenannten „Volksgenossen“ Zuflucht, also jenen Deutschen, die nach den Kriterien der Nationalsozialisten zur „Volksgemeinschaft“ gehörten. Keinen Schutz fanden dort hingegen die Menschen, die gezwungen wurden, die Folgen der Bombardierungen zu beseitigen.[1] Ihr Einsatz für die Bergung von Trümmern sowie das Beseitigen von Leichen ist nur auf wenigen Fotografien dokumentiert. Für diese Seite wurden zehn solcher Aufnahmen ausgewählt. Sie dokumentierten neben dem Einsatz von KZ-Häftlingen auch andere Gruppen der Zwangsarbeit, die im Zusammenhang mit den alliierten Fliegerangriffen auf die Hansestadt stehen.

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Staatsarchiv Hamburg, 731-6 Zeitgeschichtliche Sammlung, I 18 Band D, S. 3 oben rechts (Herbst 1943).

 

Auch in unmittelbarer Nähe des Bunkers fanden Teile dieser Arbeiten statt. Auf dem Heiligengeistfeld wurden Trümmer gesammelt und weiterverarbeitet; aus dem zerkleinerten Schutt entstanden unter anderem provisorische Unterkünfte.[2] Somit wurde das Heiligengeistfeld zu einem Ort, an dem sich verschiedene Aspekte des Bombenkriegs verdichteten: Die militärischen Bemühungen zur Abwehr der alliierten Flieger, die Zivilist:innen, die im Bunker Schutz suchten und der Einsatz von Zwangsarbeit zur Beseitigung der Folgen der Angriffe.

Die hier ausgewählten Fotografien sind immer aus Perspektive der Täter entstanden und zeigen somit nur einen Ausschnitt oder gezielt inszenierte Bilder. In der Regel sind sie für dokumentarische Zwecke der (polizeilichen) Verwaltung entstanden, bei einigen Aufnahmen lässt sich der Entstehungskontext hingegen nicht nachweisen. Vor allem das Leid der abgebildeten Zwangsarbeiter:innen bleibt unsichtbar, ein Aspekt, der sich kaum bildlich festhalten lässt. Gleichwohl bieten die Aufnahmen Erkenntnisse, die aus anderen historischen Quellen nicht hervorgehen.[3] So ist unter anderem die öffentliche Sichtbarkeit der Arbeiten erkennbar, die aus schriftlichen Quellen nicht deutlich wird.

Über die oben angezeigte Karte können die historischen Fotos mit den dazugehörigen Informationen aufgerufen werden. Die Aufnahmeorte der Fotos wurden nach bestem Wissen auf der Darstellung platziert, sodass erkenntlich wird, in welchen Stadtteilen besonders viele dieser Arbeiten stattfanden.

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SAPMO BArch, Bild Y-1-3253 (vermutlich Herbst 1943).

Nachweise

[1] Vgl. Lau, Dirk: Vom Flakturm IV zum Grünen Bunker. Die Geschichte eines Hamburger Monuments 1942 bis 2024, Hamburg 2025, S. 110.

[2] Vgl. ebd., S. 63.

[3] Vgl. Bothe, Alina, u. a.: Gewalt im Bild gebannt? Zur Einführung, in: Bothe, Alina, u. a. (Hg.): Fotografie und Gewalt im Nationalsozialismus, Göttingen 2024, S. 8-9.

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